TIM TUCHEL - der Mann, der vor mir sitzt; der erste Bursche, der mich in meinem Leben nackt gesehen: als mir die Windel gewechselt wurde! Unsere Großmütter waren Freundinnen, mein Vater mit seiner Mutter best friends seit Kindertagen. Und wir... überlebten Pubertät, rauchten Joints und hörten heimlich verbotene Schallplatten. Wir reisten nach London und Tunesien und.... ich wollte ihn so gern als 'großen Bruder' haben. 


Er sitzt nun vor mir, weil ich eine Sache, die er macht, sehr spannend, faszinierend finde. Doch eins nach dem anderen:

 

Geboren am 15. September 1967 in Hamburg. Mit 8 trennten sich die Eltern. Seine Mutter: stark, extrovertiert und stets mit frechen Sprüchen auf den Lippen. Ein echter Freigeist zwar, doch das Leben findet eher 'dörflich' statt – in Henstedt-Ulzburg. Es gibt Regeln, doch im Grunde fühlt sich Tuchel immer frei. Frei und wild! Sein Traum: Flieger bei der Bundeswehr zu werden!

Als er 19 ist, zerplatzt der Traum wie eine Blase! Das Schicksal: er sitzt mit 3 Freunden im Auto, und dann... sie wissen es nicht mehr – rammt der Wagen volle Kanne einen Pfeiler - kurz vorm Elbtunnel. Seine Beine verliert Tim nur deshalb nicht, weil die aufgrund der Platzenge gegen's Armaturenbrett gestemmt sind. Die 4 Freunde fallen nach dem Aufprall sofort in Ohnmacht, aber nur 3 werden am Ende überleben.

Ich erinnere mich noch sehr gut, und Tim sagt: „Ich werde nie vergessen, wie du plötzlich an meinem Krankenbett standest. Das war wundervoll!“

Es folgen 2 Jahre Reha und ein neues Leben mit neuen Träumen, geschuldet seinen fantastischen Therapeuten. Neuer Plan: Sport-Physio-Therapeut werden! Tim will nun selbst Menschen wieder fit machen; kann dadurch weiterhin dicht am Leistungssport sein, auch wenn er 'nur' Betreuer und Begleiter ist (zuhauf für Fußballer und Boxer).

Irgendwann verliebt sich Tim in die Schwester seines verstorbenen Freundes. Eine Qual für dessen Eltern, doch die Beziehung hält ganze 15 Jahre!

Dann ist da dieser Traum von der Karibik... er pendelt hin und her, will dank der Abfindung durch den Unfall etwas aufbauen und investiert in eine Tanzbar am Strand. Irgendwann sind sie zu acht, eine Vision jagt die nächste, bis.... sie scheitern!

 

Zurück, gründet er die Kampfsportschule. Zwei Kumpel steigen mit ein, bieten Sicherheitstrainings an. Als er die später auszahlt, entsteht mehr FITNESS mit Wellness für Groß & Klein, dann wächst das 'Gesundheitszenztrum' - schön familiär, mitten in Norderstedt, für Reha, Prävention, Physio und Ergo.

Mittlerweile Promoter und inspiriert von 'FIGHT CLUB', gründet / erfindet er das 'white collar boxen' (white collar: kein Blut am Kragen!): Leute hau'n sich auf die Fresse und gehen danach tanzen. Eine Sieger-Ehrung gibt es nicht, denn jeder, der in einen Ring steigt, sei per se ein Sieger! Der Erlös kommt dem Hospiz 'Sternenbrücke' zugute; die Events werden immer bekannter, doch er … verkauft – und ärgert sich, denn danach rollt das 'Promi-Boxen'!

Sein Schirmherr damals bei den Kämpfen: Carlo v. Tiedemann. Mit ihm und Erika Berger schreibt er ein Buch („Ü 60 – na und?“). „Wann immer wir auf Tournee gingen, rockte der Saal - Carlo ist auf der Bühne ein Monster!“

Und dann... jagte eine Weiterbildung die nächste, weil einer wie Tuchel niemals müde wird, sich fortzubilden. Ein Ende sei längst nicht in Sicht: „Im grauen Haar und mit betagtem Alter nimmt man mir die Weisheit ohnehin mehr ab!“ lacht er. Ich lache auch, aber nur, weil ich gerade daran denken muss, wie er mich früher zu Tode erschreckt, aus dem fiesesten Hinterhalt stets von hinten überfallen musste. Das sitzt noch immer tief. Sehr tief! Er schuldet mir, mich von dem Trauma zu befreien!

 

Wer zu ihm kommt, dem 'Hypnose-Coach', der erlange Stärke, um sich danach (endlich) behaupten zu können. Seinen eigenen Weg hatte vor 11 Jahren Dr. Floris Weber geebnet, bei dem er mehrfach Seminare buchte. Danach war die nächste Faszination geboren und er nicht mehr zu bremsen: Hypnose – DAS therapeutische Modul für Heilung: aufspüren – auffühlen – auflösen!

„GENAU MEINS!“ Natürlich hatte er zuvor sich selbst hypnotisieren lassen. „Es hat mir das Herz heraus gerissen, als ich den Schmerz meiner 1. Tochter nach der Trennung zwischen der Mutter und mir gespürt. Sie war erst 5!“

Das größte Thema, warum die Menschen zu ihm kommen: 'toxische Beziehung'. Keinen Ausweg finden. - Tuchel geht mit ihnen durch ihre Gefühle, ihre Ohnmacht, ihren Schmerz. Sie weinen, sie verzweifeln und ….. auch ihm kommen dabei bisweilen Tränen, weil diese Traurigkeit, in die er unweigerlich mit reingezogen wird, ihn so berühre; er könne sich da unmöglichen entziehen. Besonders emotional wird es unter Hypnosen für jene, die den Verlust eines geliebten Menschen nie verarbeitet haben.

Selbstwert, Schmerz und Burnout – Themen, bei denen man Tuchel mittlerweile die Türen einrennt. „Die Menschen sind leer und kraftlos, können sich kaum selbst noch spüren – dagegen sind meine Rauchentwöhnungs-Kurse richtig langweilig!“ lacht er, der selbstverständlich auch mal Raucher war. (Doch weil ihm die besuchten Raucherkurse nicht gefielen, entwickelte er ein eigenes 4-Stunden-Seminar, auch anzuwenden auf: Gewichts- und Schmerzreduktion sowie Selbsthypnose.)

Menschen 'heilen' zu dürfen, einen Zugang zu ihnen zu finden, Vertrauen von ihnen zu bekommen, das sei einfach zu besonders!

Vor ihm liegen noch 2 Master-Ausbildungen – mit 53! „Ich MUSS die Leute einfach motivieren, (wieder) in Bewegung zu kommen!“ schwärmt er und spricht von seiner Ausbildung in wenigen Tagen, bei der es um die bahnbrechende Methode 'Simpson-Protocol' (ideomotorische Fingersignale) geht!

Ob sich seine Arbeit mit Männern und Frauen sehr unterscheide, frage ich. Er lächelt verschmitzt und ich versuche mich mal selbst an die Antwort. „Bei Jungs geht’s um das Ego, richtig? 'Ich kann alles! Ich bin alles! Ich muss keine Gefühle zeigen!'“ - Tuchel grinst jetzt breit. Er hole die 'Jungs' tatsächlich genau dort ab. „Sie wollen auf die Schnelle was erreichen, und sind sie bereit, sich anzuvertrauen und sich zu öffnen, kommt da eine Offenheit ans Licht..... da fließen wirklich Tränen, weil echte, angestaute Gefühle endlich die Oberfläche, den Panzer durchbrechen.“

Diese Erfahrungen und Erlebnisse seien für ihn der Grundstein gewesen, die 'PAAR-HYPNOSE' ins Leben zu rufen. Wenn Paare nicht reden können, es verlernten, aber / oder es lernen möchten - perfekt dafür geeignet!“ PAAR-Hypnose ist im Grunde eine kleine 'Revolution', weil der Markt diese Möglichkeit so gut wie (noch) gar nicht besetzt. Tuchel geht voran! Gemeinsam - zur selben Zeit... nicht über Baustellen und Belastendes SPRECHEN, sondern es den Partner FÜHLEN lassen; durch den Schmerz des anderen gehen, ihn nachempfinden und (endlich) verstehen können. Tuchel will es tiefer, intensiver und vor allem schneller, denn „Gesprächstherapien sind absolut nicht mein Weg!“ betont er. Sein Angebot: getrennte Einzel-Hypnosen (1x), auf die gemeinsame (Paar)Hypnosen (2x) folgen.

„Da verändert sich nachhaltig was, weil man sich in 'klassischen' Situationen sofort an den (zuvor) erlebten Schmerz des anderen erinnert!“

Die Menschen, die ihn buchen, sind nicht krank, warum er den Begriff 'Therapie' auch nie verwende. Seine Paare haben Themen, seien durch bestimmte Muster an ihre Grenzen gestoßen bzw. haben durch bestimmte Verhaltensmuster der Beziehung / sich gegenseitig geschadet.

Nach der Paar-Hypnose sei durch das Begreifen / Verständnis der Weg wieder frei für Kommunikation und Nähe. Konkretes Fühlen und Erleben seien die Schlüssel für Veränderungen. „Das geht mitunter brutal tief – das Fühlen und Erleben geht ÜBER das Sprechen darüber.“ 


Ich kriege eine Gänsehaut, als er beschreibt, wie die Partner reagieren, wenn er deren Hände in der Sitzung zusammen führt. Das sei für ihn in manchen Sitzungen extrem bewegend gewesen!

Uff..... mein Bruder im Geiste..... wie schön, dass ich ihn so erleben darf. Kaputte Beine hin oder her – Tim ist angekommen. Hat die Frau seines Lebens gefunden, bekam mit ihr die 2. Tochter und kann ziemlich groß träumen:

„Am liebsten ständig Mallorca hin und zurück“. Ja - dort praktiziert er nämlich ebenfalls, hat ein Mietshaus und 'ne Praxis, die verdammt gut angelaufen sei.

 

So, Zeit ist um. Zeit für eine Zigarette – unter den kritischen Blicken meines Freundes.

„Conni? Du kommst jetzt endlich mal zu meinem Nichtraucher-Seminar!“

 

Jajaja, ich lieb dich auch, du alter Wolf!

"Versprochen! Gleich im Oktober!"

 

Tim Tuchel - Hypnose Coach (hypnose-timtuchel.de)