twinklebrowbar Alsterhaus

 

8.8.17. Ich gehe mittags in eine Bar. Nur ein Schelm wird Böses von mir denken!

Die Sache ist nämlich so: ich darf meine Augenbrauen in liebevolle Hände geben – in die twinklebrowbar. Nun muss man wissen, dass ich ausgestattet wurde mit Augenbrauen, gegen die der Ausdruck Drahtschrubber noch zärtlich wirkt. Sie wachsen hart und störrisch gen Horizont, statt sich an mich heranzuschmiegen. Ich schrieb also die PR-Abteilung an, und kurz darauf bekam ich eine freundliche Einladung samt Termin zum Kennenlernen. Und los geht’s:

Ich wähle die Bar im Alsterhaus, schön nah, danach kann ich die „neuen“ Brauen vielleicht noch durch die Gegend führen. Zwei strahlende junge Blondinen erwarten mich bereits – ihre Augenbrauen lassen meine Komplexe sofort wieder aufleben. Ich drücke einer der beiden mein Handy in die Hand, ich würde mich über ein paar Bilder während meines Aufenthalts freuen. Sie wird so fleißig sein, dass ich am Ende unter knapp 50 Schnappschüssen die Qual der Wahl haben werde. 

„Ich sehe, wir machen auch ein Lifting?!“

„Gern, und die Brüste gleich mit!“ Ich schmeiß mich weg, das Eis ist gebrochen.

Mein Stuhl wird in Liegeposition gebracht und ich denke sofort: „Gute Nacht“. Es macht mir nichts aus, dass hinter meinem Kopf und um mich herum am Nebenstand ein paar Ladies über Handtaschen und neue Foundations sprechen, mit halbem Ohr lern' ich auch noch dazu.

Bevor die junge Dame mit einem Faden meinen Gesichtspelz um die Brauen herum wegzwirbelt, beklage ich noch einmal mein Leid, von wegen Borsten, komischer Wachstum, zu kurze Wimpern & Co. Sie lächelt nur, als höre sie das alles nicht zum ersten Mal, das wirkt sogar beruhigend.

Noch vor dem Fadentrick setzt sie die Schere an, viele drahtige Augenbrauenspitzen müssen jetzt ihr Leben lassen. Nach dem Zwirbeln sind die Wimpern dran. 15 Minuten Einwirkzeit fürs Liftingserum, dann nächste Schicht, dann wieder Einwirkzeit. Als ich fertig bin, erkenne ich zwar schön geformte Augenbrauen und eine Haut, die sich anfühlt, als hätte sie noch nie ein Haar gesehen - aalglatter  Babypopo, geil, doch:

 

„Sehen Sie, das Lifting hat noch nichts gebracht!“ stelle ich erschrocken fest, während eine Hand auf meiner Schulter mich schnell wieder beruhigt und meinen Puls entschleunigt:

„Nein, das kommt erst später. Sie werden schon sehen!“

Ich mache mich auf den Weg und freue mich schon sehr auf „später“, ein ziemlicher dehnbarer Begriff. - Ich hetze weiter durch den Tag und stelle abends fest: OH MEIN GOTT! Sie haben sich aufgerichtet, sind geschwungen – sind das wirklich meine??? Am Morgen zuvor hatte ich noch keine, möchte man meinen, warum ich in der Regel täglich 1 Stunde lang mit Wimperntusche nachhelfen muss....

 

Fazit: hat Spaß gemacht, hat sich gelohnt – nur eines möchte ich euch für euren ersten Besuch mit auf den Weg geben: nehmt euch was zu Trinken mit, denn dort wird einem leider gar nichts angeboten, aus logistischen Gründen kann weder ein Spender aufgestellt werden, noch kann jemand für euch etwas holen gehen. Aber den neuen Wimpern und Brauen kann das ja auch egal sein! :-)

 

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