Es gibt sie. Und Frau erkennt sie. Sie sind stark, mutig, wild, kämpferisch, weise und stolz. Sie tragen uns auf Händen und nehmen uns liebevoll auf den Arm. Sie erfinden für uns schlaue Dinge wie das Telefon, die Waschmaschine, den Computer und das Handy. Sie lassen die Tür zur Küche offen, weil sie uns gern beim Spiel mit Gummihandschuh und Schaum beobachten. Sie kaufen uns heiße Lingerie, weil allein der Kauf sie schon anturnt. Coole Männer halten auf Standstreifen und markieren ihr Revier auch außerhalb der heimischen Matratze. Sie pinkeln gegen Häusermauern und drücken sich die Eier am hellichten Tag zurecht. Sie sind die inkarnierte Muckibude, wenn wir ihre Muskeln brauchen und ziehen für uns in den Kampf. Sie sind unwiderstehlich, wenn sie uns lieben, doch das Gegenteil, wenn es um Alltagssorgen geht. Männer sind sexy, wenn sie aufgewacht, ihnen über Nacht der Bart gewachsen und sie uns mit der Fahne der Liebe den Morgenkuss auf die Stirn hauchen. Männer lieben uns, wenn wir uns die Perlons langsam über Wade und Schenkel ziehen, während der Lockenwickler noch im Pony steckt und die rot lackierten Nägel trocknen. Sie begehren uns, wenn wir uns die Lippen pinseln und das teure EDT für besondere Anlässe aufsprühen. Männer leuchten für uns, wenn wir im Dunkeln schaudern. Sie tragen uns über Schwellen, weil sie Romantik und Kraft vereinen können.

 

Frauen müssen Männer lieben. Nur mit ihnen können sie wundervolle Babys machen. Nur zwischen ihren Schenkeln schmelzen Frostbeulen und kalte Füße wie Pralinen.

 

Warum dann haben wir die Spezie kastriert? Wir haben ihnen die Eier abgeschnitten, als Frau EMMA ihnen die emanzipierte Stirn zeigte: fortan halfen wir uns selbst in den Mantel, hielten uns selbst die Kneipentür auf uns teilten die Rechnung beim ersten Rendezvous! EMMAS wollten Frauenversteher. Aber wer kann eine Frau schon verstehen, und welche Frau will ihr geheimnisvolles Wesen von einem Mann ergründet wissen? Wir wollen keine Warmduscher, keine Herdmännchen, keine Kniestrumpfträger. Wir wollen Männer, denn unsere Jungs solln auch mal welche werden. Ich bin keine Emma. Ich bin eine Frau. Ich könnte lernen, Nägel in Wände zu bohren, aber ich will das nicht. Ich überlasse das den Männern, für die ich Pflaster aus Baumwolle stricke, wenn ihre Daumen den Hammer spüren.

 

Vom Leid, kein Mann zu sein? Nein, eher von der Freude, eine Frau zu sein! Im Kreissaal schreien, im Wochenbett weinen, an Ostern den falschen Hasen braten und zu Weihnachten die Ente mit Goldlack besprühen. In kleinen Hausschuhen mit Glitzerbommeln durch die Wohnung tanzen und morgens eine Warmduscherin sein. Angst vor dem dicken Bäcker haben und Lust auf den fröhlichen Friseur. Stundenlang reden, dabei denken und die Einkaufsliste tippen.

 

Männer tragen die Kinderkarre treppauf, treppab und halten zwischen den Zähnen dabei noch die volle Einkaufstüte.

 

Oh, wenn sich nur jede Frau neben einem Mann als Frau spüren könnte. Neben einem, der ihr diese selbstbewusste, autarke Schale abkratzt und ihr die Maske herunterzieht. Darunter ist sie die Romantikerin, die kopflos sein will, liebestoll, verführerisch, aufregend, anregend und erregend. Klar könnte das eine Geschlecht ohne das andere leben, aber will es das? Wir lieben einander nicht, weil wir uns brauchen. Wir brauchen einander, weil wir uns lieben könnten! Jeder ist beziehungsfähig – aber nur mit dem Richtigen! Keine Kompromisse mehr, wir sind auch keiner! - Also, Männer – wirbt um uns. Kämpft um uns. Liebt uns. Schmachtet nach uns. Wir können ohne euch, aber wir wollen nicht! Gebt nicht auf, uns zu lieben, wenn wir zickend unsere Tage haben. Wenn wir gerade mal kein Auge und kein Ohr für euch haben, weil unsere Lieblingsstaffel im Fernsehen läuft. Und wenn wir mal nicht auf Sex- sondern auf Kuschelkurs sind. Verzeiht uns, wenn wir euch schon wiederholt im Jogginganzug an der Tür empfangen. Lasst die Wanne ein – mit Champagner und schwimmenden Kerzen. Sext mit uns in Zeitlupe und verwöhnt uns mit Blicken, die nur uns gehören! Und wir.....wir werden da sein, wenn ihr müde vom Kampf nach Hause kommt. Müde vom Kampf um Geld, Sicherheit und Existenz. Und leeren Taschen, weil ihr heute eine kleine Aufmerksamkeit vergessen.....oder auch nur die Milch, um die wir euch gebten. Wir sind trotzdem da. Als Mutter, Geliebte, Freundin, Hure, Frau!