Tatort: Hamburg-St. Georg, THE GEORGE HOTEL. Fürs Interview wählen wir den Rückzug in die opulente „library“. Dunkle Tapeten - perfekt zu Milchschaumkäffchen und Lounge-Musik.

Ochsenknecht - mit diesemNachnamen verknüpfe ich Bilder, Presse und Geschichten. Heute aber zählt das nicht. Heute zählt mein eigenes Bild über sie. SIE, die Frau davor und dahinter. Frau (*1964), Mama, Autorin und Designerin. Ich frage mich zunächst mal warm, will wissen, was in ihren Augen eine schöne Frau ausmache. „Wenn sie mit sich und dem Leben im Reinen ist. Wenn sie von innen nach außen strahlt. Wenn sie genießen kann.“

Gleich schickt sie tolle Namen hinterher: Senta Berger, Meryl Streep – Frauen mit Charakter und Ausstrahlung, un-stigmatisiert durch „Schönheitswahn“; deren Attraktivität auch keine Tonne Hüftgold schmälern könnte.
Natascha Ochsenknecht – lieber hätte sie nach der Trennung ihren Mädchennamen wieder angenommen, aber respektierte das einstimmige Veto ihrer drei Kinder, um nicht anders als ihr Rudel zu heißen. Natürlich öffne ihr der prominente Name manche Türen schneller, doch im Alltäglichen wechsle sie lieber zu ihrem Mädchennamen, wenn es z.B. um Handwerkerrechnungen ginge, weil hier nicht immer Ehrlichkeit gegeben sei. Mehr Name, mehr Rechnung?
Ehrlichkeit ist ein sehr hohes Gut für sie, die sie erwarten und auch geben will. Sie scheint nicht das Klischee zu bedienen, das man Exen von Berühmtheiten oft andichtet, nämlich nach Scheidungen mit voll gestopften Taschen im Nichtstun zu enden. Natascha O, hinter der 20 Jahre Ehe- und Hausfrauenleben liegen, lebt endlich den Lebenshunger aus, der schon zur Ehezeit so ungebrochen war. So habe sie nach der Trennung erst einmal ihre kreative Ader wieder auf Hochglanz gebracht. 
Aufgewachsen in einem 500-Seelen-Dorf bei Braunschweig, Mode war zwar Thema, aber von Trends weit und breit keine Spur. Und so schaffte die Familie in Italien an. Der Vater (Zehnkämpfer und Bauunternehmer) liebte edle Stoffe, die Mutter beherrschte das Nähen. Kurzum: eine Exotenfamilie, Marke „Randgruppe“! Die Jahre auf dem Dorf waren prägend, die Bewohner schauten stets aufs Außen, auf 5 Autos vor der Tür, auf die Exzentrik. Die Menschen hinter dem Konsum nahm man weniger wahr.
Natascha krempelt ihr langes Halstuch (eigene Kreation, eigene Fotos) zurecht, ihre Nägel leuchten phosphorisch, ich sehe ihren kleinen Wink mit dem Zaunpfahl. Die neuen Lacke – ihr neues Herzblut, eine Kooperation mit der Marke „Catherine“ (Nail-Collection)! Der Unterschied zu anderen? „Den könnte ich glatt trinken!“ lacht Natascha und beschreibt ihn als „Hausfrauenlack“, mit langer Haftung und ohne klassischen „Gestank“ – perfekt für aktive Mütter, die mit ihren Händen volle Leistung bringen und selbst während der Bahnfahrt oder zwischen Terminen mal eben (nach)lackieren müssen. Ich fühle mich gleich angesprochen und bekomme sofort ein  "Geschenk" in die Hand gedrückt.
Was diese Frau wohl glücklich macht?
„Essen! Essen ist Genuss, besonders deftig deutsche Küche.“ Jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen, denn wir teilen die gleichen Gaumenfreuden: Rouladen, Kaiserschmarrn, Sauerfleisch u.a., natürlich koche sie auch gerne selbst. Heute aber genießt sie das Speisen im Hotel, plaudert noch ein wenig über ihre Mutterrolle und darüber, wie wichtig ihr gute Erziehung sei; wie wichtig jene Werte wie Höflichkeit und Toleranz, und allem voran das Wesen eines Menschen. Fernab von Status und Symbol!
Ich werfe mit Natascha einen Blick in die Kristallkugel der Zukunft und stelle die Uhr um 20 Jahre weiter: sie würde gerne malen. Will umgeben sein von vielen Enkeln in einem schönen Garten, und abends serviere sie der ganzen Bande leckere Pasta! Doch bis es soweit ist, liebt und bewohnt sie ihr Berliner Loft und genießt, wenn der Nachwuchs sich um sie schart. - Sie brennt für Gegenwart und Zukunft, weil sie kompromisslos alles nur mit Herzblut tat und tut! "Meine Seele bleibt unverkäuflich!" betont sie und erklärt, dass ihr Name für Verbindlichkeiten steht, nicht schnelle Nummern. Eher Langstrecke mit Beständigkeit, Ehrlichkeit und Authentizität.
Die Zukunft aber ist auf alle Fälle bunt: Handyhüllen, Shirts, Tücher (Micro Modal) und Vieles mehr, in der sie ihre Fotokunst gut integrieren kann. 
Zum Abschluss eine letzte Frage, ob sie mir den Trend von Morgen schon verraten könne. Ihre Rehaugen leuchten, als hätte sie auf diese Frage nur gewartet: „Fröhlichkeit! Fröhlichkeit ist der Trend!“ Leise schiebt sie hintenan, wie sehr sie sich Gesundheit wünsche, sie habe zu viel Schlimmes hinter sich bzw. steckt noch drin.
Als ich gehe, habe ich Gepäck dabei: fröhlich-bunte Nagellacke und die Bestätigung dafür, dass jeder, der für etwas brennt, erfolgreich werden kann – Status hin oder her – kämpfen kann man nur allein, aus sich heraus!