29.2.20

 

Da war er wieder, dieser Tipp aus meinem gut funktionierenden Netzwerk, dem ich unbedingt nachgehen musste. Allein, weil mir bei dem genialen Namen schon die Augen aus den Höhlen traten:

LAMASTÉ! Wer steckte bitte DA hinter? Fantastisch!

 

Auge um Auge.... mit einem Lama! 'The eye of the Lama' summe ich neu interpretiert die Hymne von Rocky Balboa vor mich hin.

 

Ich muss vorweg schicken, dass mich ein Lama schon als Kind nicht faszinierte, ich selbst im schönsten Zoo diesem Tier kaum bis null-komma-null Beachtung schenkte. Ich hätte schwören können, dass sich mit 50 Jahren daran auch nichts ändern würde. IRRTUM!

 

Meiner Jüngsten erkläre ich zum Ausflugsziel nach 'Lama-City' (Mannhagen) noch kurz die Bedeutung von 'Namasté.

Dass sie nicht zugehört hat, beweist dann ihre Reaktion:

„Mama, die werden uns anspucken!“

„Schatz, dann spucken wir zurück! - Und bitte bitte: kein Drama! Heute nur Lama!“

Es schmeichelt mir natürlich nicht, dass wirklich alles, was sie von den Lamas weiß, ist, dass die …. nun ja, weit spucken können. (3 Meter, so weit es mein ehemaliges Desinteresse gerade noch erinnert.)

 

Um 14 Uhr stehen wir mit 8 weiteren Personen auf einer Wiese vor 5 grasenden Lamas. Eine der Mitläuferinnen sagt zu mir:

„Ich war nun länger nicht mehr hier, ich bin schon richtig 'unter-lama-t'!“

Hihi, schon wieder ein geniales Wort, das mir auf keinen Fall entgehen darf.

 

Silke Christensen, Gründerin von Lamasté, ist von Sekunde 1 an ein wahres Sympathiebündel. Man sieht und spürt sofort, wo die ihr Herz zu tragen pflegt: am rechten Fleck! Und auch, für wen genau das hoch und höher schlägt: für ihre Lama-Bande!

 

„Die Tiere suchen sich ihre Menschen aus.“

Oh Gott, und wenn uns gar keins will? Denke ich und versuche, mich mental mit allen 5en zu verbinden. Ich schaue lieb und denke lieb. Meine Blicke wandern von einer Lama-Dame zur nächsten. Mir ist ganz mulmig, weil keine von ihnen das mitzukriegen scheint.

 

Silke füttert ihre Tiere und macht sie zum Ausgang fertig. Endlich ist es so weit..... die Lamas, zum Greifen nah!

Als eine der haarigen Damen mir fast die Haut von der Hand schnuppert, lacht Silke mich an. „Eindeutiger geht es wohl nicht!“

Danke! Schwein gehabt!

 

Wir kriegen typische Verhaltensweisen erklärt und werden eingewiesen. Je 2 Personen werden 1 Lama spazieren führen. Erklärung von Silke zu unserem:

„Bonita. 12 Jahre. Hippy-Dame und voll chillig. Geht am liebsten als Letzte und hat sie alle gern im Blick.“

Geil! Jetzt fühle ich mich voll verbunden.... mit BONITA! (Und summe gleich Madonnas Hymne 'la isla bonita' in mich rein)

 

Als ich nachfrage, wo die Wallache sind, und ob die Damen unter sich nicht kleine Zicken seien, lacht Silke erneut.

„Bonita hat ihren Hengst noch nicht gefunden! Die ist sehr wählerisch!“

Oh Gott, nun teilen Bonita und ich auch noch ein gemeinsames Schicksal!

 

Als wäre das alles nicht schon lustig genug, kommt es noch besser. Sogar sooo besser, dass es mein Herz zum Swingen bringt.

„Conni? Bonita war mein Herzöffner! Mit ihr fing alles an! Liebe auf den ersten Blick! Sie war immer meine Nummer 1!“

Bingo! Ich hab' die Königin!

(Längst hat sich Silkes Liebe natürlich verfünffacht)

 

1,5 Stunden laufen wir uns die Stiefel schmutzig - durch Matsch, Sand, Pfützen, immer den Waldpfad entlang.

Wären da nicht viele Fragen, von Neugier getrieben, dann würde man am liebsten ganz still den einen Fuß vor den anderen setzen. Sich dem Tempo seiner Lama-Queen anpassen und sich von Schritt zu Schritt mehr und mehr mit ihr verbinden.

Gerade ich, die Großstadt-Tussi, überrascht sich wieder mal selbst und hat sich just verliebt: in ein Lama!

 

La chica Bonita.... sie hält, wann immer ich halte und grinsend beobachte, wie die Anführerin weit vorn nicht ganz so chillig ist wie unsere Bonita.

Und sie lässt sich streicheln von meiner doch eigentlich sehr ängstlichen Jüngsten. Ich grinse in den Himmel.... wenn nur ihr Papa das jetzt sehen könnte.

 

Und nun erspare ich euch weitere sehr spannende Details, die ich am Ende Silke noch entlocken konnte. Details über ihre Entscheidung, Großstadt und Medienwelt gegen Dorf und Arbeit mit den Lamas einzutauschen. Details über eine bahnbrechende Herzentscheidung. Über Anekdoten mit den Tieren, die wundervolle Arbeit mit ihnen, die tollen Angebote – von workshops bis coachings und Therapiesitzungen.

 

Nein, ich möchte, dass ihr selbst einmal mit einem Lama an der Leine eure Fußabdrücke setzt. Und wenn sich nicht gerade BONITA für euch entscheidet, dann ganz sicher eine der 4 anderen Damen. Jede ist von ganz besonderem Charakter – so wie auch ihr alle!

 

Namasté, liebe Lamas, liebe..... wie sagte Silke? „Delfine der Weide“!

 

www.lamaste.de